„Das neue Pasing“ ist der Slogan der Pasing Arcaden, einem modernen Einkaufszentrum in der schönen bayrischen Landeshauptstadt München, nahe dem bekannten Schlosspark Nymphenburg mit seinem namensgebenden Nymphenburger Schloss. Dieses Areal war gemäß der Geschichtsschreibung ein Geschenk des Kurfürsten Ferdinand Maria an seine Gemahlin Henriette Adelaide von Savoyen. Der Anlass für ein derart bescheidenes Präsent war die Geburt des Kronprinzen Max Emanuel. Es war die Kurfürstin, die dem Schloss dann den Namen „Nymphenburg“ gab.

Für alle, die ihrem Lebenspartner zu einem schönen Anlass auch ein ganz besonderes Geschenk machen wollen, hat der gute Ferdinand die Messlatte hier also schon recht hoch gesetzt. Aber da Residenzschlösser in der Zwischenzeit nicht wirklich preisgünstiger geworden sind und der Unterhalt zudem relativ aufwendig sein soll – also zumindest ist es bei meinem so – braucht man hier eventuell doch eine Alternative. Aber wo findet sich das passende Geschenk für die große Liebe, den guten Freund oder einfach mal für sich selbst? In den Pasing Arcaden natürlich. Nun sollte ich also etwas dabei mithelfen, dass sich das noch weiter herumspricht.

Wenn sich das neue Einkaufsparadies aber nun im Münchner Westen aufgetan hat, was führte dann so viele hübsche und gut gelaunte Menschen in mein Studio? Der Grund dafür ist relativ einfach. Ein Einkaufszentrum voller Besucherinnen und Besuchern, ein Menschenauflauf an jeder Ecke und ein lebhafter Geräuschpegel sind für das Center-Management ein perfekter Indikator dafür, dass der Rubel rollt. Für ein Shooting, bei dem wir – ja wirklich – konzentriert arbeiten, viel und rege kommunizieren und wertvolles Equipment hin und her schieben, ist so eine Umgebung nur mittelprächtig geeignet. Also galt es die Münchner Shopping Atmosphäre im Esslinger Studio aufleben zu lassen.

Ein wenig die Schwerkraft überwinden

In teuer produzierten Hollywoodstreifen gibt es eine ganze Menge an spannenden Möglichkeiten, um Menschen die Naturgesetze vermeintlich überschreiten zu lassen: Filmstars fliegen bei Explosionen akrobatisch durch die Luft, schweben in Zeitlupe schwerelos über den Boden oder weichen mit fast unmenschlichen Verrenkungen Fallen und Hindernissen aus. Möglich wird das natürlich durch teure und aufwendige Special Effects, die alle Schnüre, Attrappen und sonstige Hilfsmittel später magisch aus dem Bild verschwinden lassen.

Als Fotograf habe ich natürlich auch einige Tricks auf Lager, um Fotografien später so zu bearbeiten, dass unerwünschte Elemente aus der Bildkomposition verschwinden und alles genau so aussieht, wie der Kunde sich das im Vorfeld vorgestellt hat. Trotzdem ist es natürlich immer etwas schwieriger, Dinge aus hochauflösenden Werbebildern zu entfernen, als aus den hastig ablaufenden Bildfolgen eines Actionfilms. Warum ich euch das gerade erzähle?

Aus einem wichtigen Grund: Denn wenn auf meinen Bildern jemand so wirkt, als würde er gerade ein klein wenig die Schwerkraft überwinden, dann liegt das eben daran, dass er gerade ein klein wenig die Schwerkraft überwindet. Wenn Model ??? also für seine imposante Gitarristen-Pose so lange in dieser doch sehr sportlichen Position verharren kann, ohne nicht doch noch komplett nach hinten umzukippen und dabei sogar tiefenentspannt posiert, setzt schon eine Menge Körperbeherrschung voraus, die auch nicht alle Models mitbringen. Vielleicht noch der ein oder andere Fotograf, aber der musste in dem Moment ja leider die Fotos machen.

Von München in die Südsee

Auch der Wind auf den Bildern wurde natürlich nicht nachträglich mit Computer-Effekten eingefügt. Denn auch bei diesen Motiven blieben wir bodenständig und authentisch und haben keine Mühen gescheut, einen überdimensionierten Ventilator in mein Studio zu schleppen, um den richtigen „Südseewind“ in die Haare und damit auf die Bilder zu bringen. Da die Temperaturen schon recht sommerlich waren und dank „vollem Haus“ die Raumtemperatur auch stetig anstieg, war ein wenig Wirbel in der Luft natürlich höchst willkommen. Und die Fotos waren direkt noch eine Spur frischer und dynamischer. Noch nie war es so produktiv, beruflich große Mengen an heißer Luft zu produzieren.

Auch wenn ich in meinem letzten Beitrag mal wieder meine Schwäche für Naschereien geoutet habe, erfordert so viel Körpereinsatz natürlich auch eine gesunde Ernährung. Darum gab es neben warmen Südwind auch einen großen bunten Früchtekorb, damit Kraft und Laune durch reichlich Vitamine auf höchstem Niveau gehalten werden konnten. Schließlich musste das frische Modesortiment der Pasing Arcaden ja zumindest auszugsweise auf den Bildern zu Geltung kommen. So war der Grundstein gelegt, dass neben vielen neuen Besucherinnen und Besuchern vielleicht auch mal die ein oder andere Kurfürstin die Arcaden Pasing mit einem Besuch beehrt.

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Michael