JCC Ledermoden – Wieso Lederjacken wirkliche Individuen sein können

JCC Ledermoden gehört zu den renommiertesten Unternehmen der Branche in Deutschland. Das Unternehmen selbst sieht sich als „Problemlöser rund um Leder und Textil“. Möglich wird dies durch eine langjährige Erfahrung in Entwurf, Produktion und Vertrieb von hochwertiger Ledermode. Seit über 30 Jahren agiert das Unternehmen von seinem Firmensitz im schwäbischen Deizisau aus, wo die Entwürfe gestaltet, erste Muster gefertigt und dann an weltweiten Produktionsstätten in der gewohnt hohen Qualität gefertigt werden.

Falls für jemanden die Marke JCC trotzdem kein Begriff sein sollte, ist die Wahrscheinlichkeit dennoch hoch, dass er oder sie die Produkte des Unternehmens schon einmal in der Hand gehabt hat oder sogar im eigenen Kleiderschrank findet. Denn neben der Marke JCC vertreibt das Unternehmen auch unter den Labels MAZE oder PRIDE TO BE und produziert auch als Lizenznehmer für TOM TAILER, MUSTANG und TOP GUN.

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Ich begleite das Unternehmen JCC nun schon seit längerem mit Fotos zu diversen Kollektionen von MAZE und TOP GUN,
zu JCC-Firmenbannern oder auch  Testimonial-Shootings wie z.B. mit Oliver Pocher oder mit Pietro Lombardi.

 

Warum Produktbilder eine spannende Aufgabe sind und bleiben!

Wer macht eigentlich all die vielen Produktbilder für den eCommerce, um die Fotos der vielfältigen JCC-Produkte für die Kunden fotografisch ins rechte Licht zu rücken und attraktiv, „verkaufsfördernd“ zu präsentieren?!

Tja, auch dieser JCC-Produktbilder entstehen hier im Esslinger Fotostudio.
Ein nicht unwesentlicher Teil der Arbeit für mich und vieler Fotografen, aber auf den ersten Blick nicht unbedingt die spannendste Aufgabe. Allerdings nur auf den ersten Blick, denn schließlich gibt es mehrseitige schriftliche, klare und strikte Vorgaben der großen Online-Shops wie aboutyou, Zalando, u.a., in welchen Perspektiven die Aufnahmen zu erfolgen haben, wo was am Motiv angeschnitten oder nicht angeschnitten sein muss, welche Farbskala der Hintergrund sein darf, mit wieviel Pixel Höhe x Breite die Fotos abgeliefert werden dürfen, um sich für das gesamte CI des jeweiligen Onlineshops anzupassen und nicht vom eigentlichen Produkt abzulenken, etc.pp.
Und gerade in der heutigen Zeit, in der viele Kunden ihre Kleidung online bestellen und daher nicht die Möglichkeit haben, diese vor dem Kauf anzuprobieren, werden klar strukturierte Bilder zu einer wichtige Entscheidungshilfe. Es ist daher (ausnahmsweise) nicht meine Aufgabe, mir ein aufwendiges, originelles Setting auszudenken, um dann die Models aus verschiedensten Blickwinkeln abzulichten und in unterschiedliche Pose zu dirigieren. Aber auch wenn der Macho in mir kurz anmerken möchte, dass Leder zwar manchmal etwas störrisch, aber zumindest niemals zickig sein kann, hat auch die Produktfotografie ihre ganz eigenen Herausforderungen.

 

Nichtsdestotrotz gehen wir auch diesmal mit Profimodels für JCC-Ledermoden an den Start:
Bei den Frauen waren es diesmal Aleksandra Bojovic, Anne Seyfarth, Bianca Turowski,  Kassandra Klumpp, Senab Toha, Yasemin Bornefeld. bei den Jungs Denis Pfeifer, Manuell Sterr und Timo Bäuerle, sowie für Hair&Makeup Cynthia Ehing und last but not least meine fleißige Assistentin Havva, die gleichzeitig noch zur Stylistin auserkoren wurde, um die Outfits möglichst gleich schon an den Astralkörpern der Models perfekt aussehen zu lassen … und ich kann Euch bestätigen, dass ist z.B. mit teilweise wulstigen Falten von nagelneuen Lederjacken nicht gerade einfach – aber lustig war es trotz mehrerer langer Shootingtage allemal.

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Eine Lederjacke als Individuum betrachten?

Natürlich kann man die Idee, dass jedes Produkt etwas ganz Einzigartiges ist oder sogar eine „Seele“ hat, für Stilblüten aus dem Lufblasen-Vokabular typischer Werber-Texte halten. Eine Märchenstunde für die Konsumgesellschaft. Aber wer einmal hinter die Kulissen eines Modelabels geschaut hat, wird feststellen, dass hinter jeder Jacke und jeder Jeans Designerinnen und Designer stecken, welche sich bei jedem Detail – oder zumindest bei den meisten – durchaus etwas gedacht haben. Und dann gibt es ja noch die Mädels und Jungs in der Produktion, die sicherstellen, dass das fertige Ergebnis – egal ob nun aus Leder, Fake Fure, Seide, Baumwolle oder Jeansstoff – ein möglichst hohes Maß an Ähnlichkeit mit dem hat, was die Designabteilung davor auf ihrem Skizzenblock verewigt hat.

Es haben also im Regelfall viele talentierte Menschen ihren Teil dazu beigetragen, dass die Kleidungsstücke so geformt und gefertigt sind, wie sie die Kundin oder der Kunde dann im Online-Shop oder im Ladengeschäft erwerben kann. So auch besonders bei JCC, deren nette und fleißige Designerinnen ich kenne und die sicherlich beste Arbeit leisten. Auch die Gesamtorganisation mit Terminabsprachen aller Beteiligten, Warenbestellung, -ausgang, -lieferung, -zuordnung Models, -abholung, etc. läuft in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen von JCC einfach bestens.
So hat der Fotograf – also in diesem Falle ich – die alles andere als triviale Aufgabe, möglichst viel von diesen Ideen auf den Produktbildern auch entsprechend rüberkommen zu lassen und das dann bei gefühlten 1.758 Jacken, Mänteln, Hoodies, Pullies und T-Shirts.

Die große Wirkung von kleinen Details

Klingt schwierig – und ist es des Öfteren auch! Denn am Ende des Tages sollen die Kundin und der Kunde ja dank der Bilder von verschiedenen Produkten, also hier den JCC (Leder-)Jacken mit ihren verschiedenen Labels, entscheiden können, welche am besten zu ihrem Stil, ihrer Figur und ihrem Lebenswandel passt. Um diese Vergleichbarkeit zu wahren, muss ich für diese Arbeiten leider auf die ganz große Theatralik und Szenerie verzichten. Was bedeutet: Nur weil eine Lederjacke für mich ein gewisses „Piloten-Flair“ hat, kann ich nun natürlich nicht das Model für ein passendes Foto in ein Cockpit verfrachten… zumindest nicht für eCommerce.

Zum einen weil in mein Studio – so geräumig es auch ist – leider kein Flugzeug rein passt (was übrigens auch der – einzige – Grund ist, wieso ich kein Flugzeug habe). Und vor allem, und hier sind wir beim Kern des Problems angelangt: Auch wenn der Kunde bei einem in den Cockpit-Sitz geklemmten Model zwar nun endgültig weiß, dass es sich hier um eine Pilotenjacke handelt, hat er bei dem durch Instrumente und Steuerknüppel verdeckten Blick auf die diverse Falten werfende Jacke nur noch wenig Möglichkeiten, um einzuschätzen, wie sich diese an seinem Körper machen würde.

Divenhafte Pilotenjacken?

Apropos Falten: Wer Lederjacken nur als universell kombinierbare, sehr belastbare und zudem zumeist noch äußerst coole „Must-Haves“ für den eigenen Kleiderschrank betrachtet, hat sich mit maximaler Wahrscheinlichkeit noch keine Gedanken darüber gemacht, welche Herausforderung sie für einen Fotografen darstellen. Wieso denn auch, ist ja nur mein Problem…
Denn während sich Falten auf der menschlichen Haut, bis zu einem gewissen Ausmaß, noch gut im Nachhinein retuschieren lassen, sind Falten und Spiegelungen im Leder da deutlich schwieriger zu handhaben. Der wahrscheinlich einzige Fall, in der die Arbeit als Fotograf mit einer alternden Diva einfacher ist, als mit einer nagelneuen Lederjacke.
Wer also demnächst beim „Online-Shopping“ eine Lederjacke von einem der JCC Labels entdeckt, hat nun vielleicht nicht nur ein Verständnis für das Design und die Produktqualität, sondern auch dafür, welche Arbeit für alle darin steckt, diese auf den Bildern auch entsprechend rüberzubringen.

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Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal,
Michael

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